Zentrum für interdisziplinäre Viszeralmedizin

Kompetenzbündelung und Teamwork zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten.

Proktologie

Herzlich Willkommen in unserem virtuellen Sprechstundenzimmer der proktologischen Schwerpunktsprechstunde der Kliniken Köln.
Als Leiter der Schwerpunktes Proktologie möchte ich Ihnen unsere Sprechstunde, unsere Arbeitsweise und unser proktologisches Team vorstellen.

Der Dickdarm, Quelle: ©Mohammed Haneefa Nizamudeen/ iStock.com

Proktologische Erkrankungen sind häufig, trotzdem zögern Sie vielleicht – wie viele andere Patient*innen auch – eine proktologische Untersuchung hinaus. Scham, Unsicherheit und Angst vor Schmerzen oder unangenehmen Untersuchungen sind zumeist Gründe für diese Zurückhaltung. Diese völlig normalen und verständlichen Gefühle sollten sie von einer ärztlichen Versorgung aber nicht abhalten.

Als erfahrenes Proktologie – Team können wir Ihre Gefühle nachvollziehen. Unsere Beratungs – und Aufklärungsgespräche und diagnostischen Untersuchungsverfahren finden in ruhiger und entspannter Atmosphäre statt. Die verschiedenen für Sie in Frage kommenden Therapieverfahren  erläutern wir ausführlich. Die Therapien werden schmerzfrei durchgeführt.

Durch die wissenschaftliche Arbeit als Kliniken Köln und den engen wissenschaftlichen Austausch auf Fortbildungen und Kongressen garantieren wir Ihnen eine Versorgung entsprechend dem aktuellen wissenschaftlichen Standard.

Durch unsere enge Zusammenarbeit mit den auf Krankheiten des Beckenbodens spezialisierten Physiotherapeut*innen unserer Klinik können wir Ihnen ein kombiniertes Therapiekonzept aus einem Guß anbieten.
Zusammen mit den Kolleg*innen der Gastroenterologie und der Gynäkologie betreuen wir als Becken–Boden–Zentrum seit vielen Jahren Patient*nnen mit schwierigen proktologischen Krankheitsbildern.

Es grüßt Sie herzlich
Dr. med. Guido Peterschulte

 

Sprechzeiten:
Montag und Mittwoch von 9:00 -  14:30 Uhr

Anmeldung zur Sprechstunde:
Bei Frau Schwierzy und Frau Botschen – Musil
Tel.: 0221 8907–12638

Wir behandeln:

  • Hämorrhoiden
    Hämorrhoiden sind krampfaderartige Schwellungen im Analkanal. Sie können zu Blutungen und starkem Juckreiz führen. Unbehandelt kommt es zu einer ständigen Vergrößerung der Hämorrhoiden. Hämorrhoiden können je nach Schweregrad konservativ (Salben, Sklerosierung) oder durch eine Operation behandelt werden.
  • Analprolaps
    Ein Analprolaps stellt die am weitest fortgeschrittene Hämorrhoidalerkrankung dar. Hierbei wird der After durch die Hämorrhoiden gedehnt. Die Hämorrhoiden sind von außen sichtbar. Ein Analprolaps sollte immer operiert werden.
  • Analfissuren
    Analfissuren sind Einriss der Analschleimhaut nahe dem Schließmuskel. Gründe sind häufig eine ungünstige Ernährungsweise und eine problematische Stuhlentleerung. Analfissuren können oft konservativ behandelt werden. Chronische Analfissuren können sehr gut durch eine Operation geheilt werden.
  • Stuhlinkontinenz
    Eine Stuhlinkontinenz besteht, wenn es zu unwillkürlichem Verlust von Stuhl in flüssiger oder fester Form oder von Flatulenzen kommt. Die Stuhlinkontinenz ist ein häufiges Krankheitsbild und kann zumeist durch Beckenboden – Training, Bio – feedback – Behandlung und eine Sakralnervenstimulation gut behandelt werden.  Manchmal ist auch eine Operation sinnvoll.
  • Rektumprolaps
    Ein Rektumprolaps entsteht durch eine ausgeprägte Beckenbodenschwäche und eine zu große Beweglichkeit des Dickdarm im Bauchraum. Das Rektum (Enddarm) wird dabei durch den After herausgepresst und kann dort auch verbleiben. Der Rektumprolaps kann zu Stuhlinkontinenz, Schmerzen und Schäden an der Enddarmschleimhaut führen. Ein Rektumprolaps kann ein chirurgischer Notfall und sollte in jedem Fall zu einer chirurgischen Vorstellung führen.
    Durch eine Operation kann die Erkrankung geheilt werden.
  • Kondylome
    Kondylome (Feigwarzen) sind warzenartige Haut – der Schleimhautveränderungen perianal, im Analkanal und  in der Scheide der dem Scheideneingang. Prinzipiell können Sie an jeder Stelle von Haut und Schleimhaut auftreten. Sie werden durch Viren, die zumeist beim ungeschützen Geschlechtsverkehr übertragen werden, übertragen. Sie können vollständig durch eine Operation geheilt werden.
  • Gutartige und bösartige Tumoren
    Gutartige und bösartige Tumoren verursachen oft Schmerzen, Blutungen oder Stuhlinkontinenz.
    Bösartige Tumoren des Analkanals sind selten.
    Ob ein Tumor gut oder bösartig ist, kann man ihm nicht ansehen. Jeder Tumor sollte daher durch eine Operation entfernt werden. Das Gewebe sollte durch einen Spezialisten (Pathologe) untersucht werden (Histologie).

 

Ihre Ansprechpersonen in der Sprechstunde

Team Proktologie

Dr. med. Guido Peterschulte

Oberarzt

Leiter Chirurgische Intensivmedizin und IMC
Facharzt für Chirurgie, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dipl. Physiker

Klinik für Viszeral-, Tumor-, Transplantations- und Gefäßchirurgie

Johannes Volland E-Mail schreiben

Oberarzt

Facharzt für Chirurgie und spezielle Viszeralchirurgie, Notfallmedizin

Klinik für Viszeral-, Tumor-, Transplantations- und Gefäßchirurgie

Gudrun Altrogge

Gesamtleitung Endoskopie

Mirjam Schwierzy

Medizinische Fachangestellte

Danielle Botschen-Musil

Medizinische Fachangestellte

Diagnostische Verfahren

Endoskopie, Foto: ©KlinikenKöln-Panousi
  • Anamnese
    Eine ausführliche Anamnese (Krankengeschichte) ist der Schlüssel zu einer sicheren Diagnose. Wir erheben in unseren Aufnahmegesprächen Ihre Beschwerden, Erste Auftreten und Entwicklung der Beschwerden, Stuhlgewohnheiten, Lebensweise und Familienanamnese.
  • Proktologische Basisuntersuchung
    Die proktologische Basisuntersuchung führen wir auf auf einem proktologischen Stuhl (vergelichbar einem frauenärztlichen Untersuchungsstuhl durch. Neben einer Inspektion des Afters erfolgt eine Rektal – digitale untersuchung, dass heißt wir fühlen mit dem Finger nach krankhaften Veränderungen am After oder im Analkanal.
  • Proktoskopie
    Bei der Proktoskopie können Veränderungen im gesamten Analkanal untersucht werden. Mit einer Lichtquelle wird der Analkanal ausgeleuchtet. Wenn notwendig, können Gewebeproben entnommen werden. Vor der Untersuchung haben Sie den Darm mit Hilfe eines Klysmas entleert.
  • Rektoskopie
    Bei der Rektoskopie können Veränderungen des gesamten Enddarmes untersucht werden.  Mit einer Lichtquelle wird der Analkanal ausgeleuchtet. Wenn notwendig, können Gewebeproben entnommen werden. Vor der Untersuchung haben Sie den Darm mit Hilfe eines Klysmas entleert.
  • Analmanometrie
    Analmanometrie bedeutet Druckmessung des Schließmuskels. Zur Durchführung einer Analmanometrie wird nach Entleerung des Darmes mit einem Klysma eine Druck - Sonde in den Analkanal eingeführt. Die Kraft des Schließmuskels in Ruhe, beim Pressen und beim Husten wird aufgezeichnet. Dieses Verfahren eignet sich auch zur Therapieerfolgskontrolle beim Beckenboden – Training oder dem bio – feedback.
  • Rektale Endosonographie
    Rektale Endosonographie bedeutet Ultraschalluntersuchung über den Enddarm. Hierzu wird eine Stab – Ultraschall – Sonde über den After in den Enddarm eingeführt.  So können zum Beispiel Defekte am Schließmuskel oder Abszesse und Tumoren sowie deren Eindringtiefe untersucht werden. 
  • Entnahme von Proben
    Gewebeproben können während der Proktoskopie oder Rektoskopie mit Biopsiezangen aus der Schleimhaut entnommen werden. Dies ist schmerzfrei, da die Schleimhaut nicht sensibel versorgt ist. Proben in schmerzempfindlichen Bereichen oder größere Proben werden in Narkose entnommen.
  • Defäkations – MRT
    Das Defäkations – MRT ist eine Kernspin – Untersuchung bei der die muskulären Vorgänge bei der Stuhlentleerung dargestellt werden. Diese Untersuchung wird bei der Abklärung der Stuhlinkontinenz eingesetzt. Hierzu wird der Darm zuvor mit einem Klysma entleert. Anschließend wird der Enddarm mit einem geeigneten Kontrastmittel aufgefüllt. Während der Untersuchung entleeren Sie dieses Kontrastmittel auf Zuruf auf eine saugfähige Unterlage.

 

Konservative Therapieverfahren

  • Medikamentöse Therapie von Hämorrhoiden und Analfissuren
  • Beckenboden – Gymnastikzusammen mit unserem physiotherapeutischen Beckenboden Team
  • Biofeed – back mit unserem physiotherapeutischen Beckenboden Team
  • Chemotherapie zusammen mit unseren Onkologen (Krebsspezialisten)
  • Strahlentherapie zusammen mit unseren Strahlentherapeuten

Operative Therapie

 

  • Gummiband – Ligatur von Hämorrhoiden
    Hämorrhoiden können mit einer Gummiband – Ligatur behandelt werden. Hierzu wird die Hämorrhoide mit dem Gummiband – Applikator angesaugt. Dann wird ein Gummiband über die Hämorrhoide mit dem Applikator gestülpt. Die Hämorrhoide wird so verödet.
  • Operation nach Milligan–Morgan
    Bei der Operativen Versorgung wird die Gefäßversorgung der Hämorrhoide mit einer Naht (Milligan – Morgan/ Parks) oder Klammernahtgerät (Longo) unterbunden  und die Hämorrhoiden exzidiert.
  • Resektionsrektopexie
    Zur Behandlung eines Rektumprolaps wird eine Resektionsrektopexie durchgeführt. Der S – förmige Darm und der Enddarm (Rektum) werden zum Teil entfernt und einer neue Verbindung geschaffen. Der Enddarm wird zusätzlich mit einem Netz am Eingang zum Becken fixiert, damit der Darm nicht erneut zu beweglich wird.
  • Fissurektomie (anal)
    Chronische Fissuren des Analkanals werden in der Regel ausgeschnitten. Die Wundheilung erfolgt dann spontan.
  • Anal Advancement Flap
    Ein moderneres Verfahren zur Behandlung einer chronischen Analfissur ist der Anal Advancement Flap. Nach Ausschneiden der chronischen Analfissur erfolgt die Deckung der Wunde durch einen Hautlappen.
  • Tumorchirurgie
    Tumorchirurgie am Analkanal erfordert eine umsichtige Planung. Wir besprechen alle Tumorpatienten in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz. Häufig kann der Tumor durch eine Resektion mit Sicherheitabstand direkt geheilt werden. Ist das nicht möglich, finden wir in unserer Tumorkonferenz eine für Sie maßgeschneiderte Therapie. Manchmal ist auch eine umfangreiche Chirurgische Maßnahme mit künstlichem Darmausgang und eine Entfernung der Leistenlymphknoten erforderlich. Eine frühe Diagnose kann Leben retten.
  • Sakralnerven – Stimulation
    Die Behandlung der Stuhlinkontinenz durch einer Nervenstimulation durch einen Schrittmacher ist eine wichtige Neuerung. Sie wird bereits viele Jahre angewandt ist hat eine hohe Erfolgsquote. Eine Elektrode wird in Narkose zu dem den Schließmuskel versorgenden Nerven eingebracht. Nach einer Probestimulation von 6 Wochen wird bei Therapieerfolg ein Schrittmacher unter die Haut eingepflanzt.
  • Rekonstruktion des Schließmuskels
    Bei großen Schließmuskeldefekten können diese durch eine Operation freigelegt und durch eine Naht wieder verbunden werden. So kann durch Wiederherstellung der ursprünglichen anatomischen Form die Funktion des Schließmuskels und damit eine Stuhlinkontinenz verbessert werden.
Seite zuletzt aktualisiert am 1/3/2023