Zentrum für interdisziplinäre Viszeralmedizin

Kompetenzbündelung und Teamwork zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten.

Chirurgische Behandlung der Peritonealkarzinose und peritonealer Tumorerkrankungen

Die Peritonealkarzinose - die Absiedelung von Tumorzellen im Bauchfell -, peritoneale Mesotheliome und Pseudomyxome galten lange als schwer behandelbar. Durch innovative chirurgische Verfahren, moderne Therapiekonzepte und kontinuierliche Forschung konnten die Prognosen jedoch deutlich verbessert werden.

Seit über 10 Jahren sind wir als zertifiziertes Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) für die chirurgische Behandlung der Peritonealkarzinose anerkannt. Bereits seit 2004 beschäftigen wir uns intensiv mit der Erforschung der Entstehung und Therapie dieser komplexen Erkrankung.

Interdisziplinäre Tumorkonferenz: Jeder Fall individuell bewertet

Die optimale Behandlung der Peritonealkarzinose erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Daher wird jeder Patient in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Hier besprechen Spezialisten aus Viszeralchirurgie, Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie, Gynäkologie und Psychoonkologie jeden einzelnen Patienten während aller Behandlungsphasen. Durch diese enge Abstimmung stellen wir sicher, dass jeder Patient ein maßgeschneidertes, optimales Behandlungskonzept erhält. 

Chirurgische Behandlung: Cytoreduktive Chirurgie (CRS)

Die wichtigste Therapieoption bei peritonealen Tumorerkrankungen ist die Cytoreduktive Chirurgie (CRS) – die komplette Entfernung aller sichtbaren Tumorherde im Bauchraum.

  • Präzise Entfernung aller makroskopisch sichtbaren Tumorabsiedlungen
  • Organerhaltende oder radikale Resektionen, je nach Tumorausbreitung
  • Kombination mit Hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie (HIPEC) zur Beseitigung verbliebener Tumorzellen

Diese hochkomplexe Operation erfordert viel Erfahrung und eine präzise Technik. Als eines der führenden Zentren in Deutschland führen wir diese Eingriffe mit höchster Expertise durch.

HIPEC – Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie

Die HIPEC wird direkt nach der chirurgischen Tumorentfernung angewendet. Dabei wird eine erwärmte Chemotherapielösung in die Bauchhöhle geleitet, um verbliebene Tumorzellen gezielt zu bekämpfen.

  • Erhöhte Wirksamkeit durch Wärme (41-43°C), die die Wirkung der Chemotherapie verstärkt
  • Direkte Tumorbekämpfung, ohne das restliche Gewebe unnötig zu belasten
  • Reduzierte Nebenwirkungen im Vergleich zur systemischen Chemotherapie

Studien zeigen, dass die Kombination aus Cytoreduktiver Chirurgie (CRS) und HIPEC die Überlebensraten signifikant verbessert.

Unsere Forschungsarbeit: Wegbereiter innovativer Therapien

Seit über 20 Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit der Entstehung und Therapie der Peritonealkarzinose. Ein herausragendes Beispiel unserer Forschungsarbeit ist die Entwicklung einer intraperitonealen Immuntherapie mit dem trifunktionalen Antikörper Catumaxomab.Weltweit haben wir die meisten dieser Therapien durchgeführt und federführend an der Entwicklung dieses innovativen Behandlungsansatzes mitgewirkt. Catumaxomab zeigte vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung der Peritonealkarzinose und wird ab 2026 wieder zur Verfügung stehen.

Wann ist die CRS-HIPEC-Therapie sinnvoll?

Die chirurgische Entfernung der Peritonealkarzinose in Kombination mit HIPEC kann unter anderem bei folgenden Tumorerkrankungen eingesetzt werden:

Peritonealkarzinose aus kolorektalen Karzinomen (Darmkrebs)
Pseudomyxoma peritonei - Appendixkarzinom
Peritoneales Mesotheliom
Peritonealkarzinose aus Magenkrebs (in ausgewählten Fällen)
Ovarialkarzinom mit Peritonealbefall (ergänzende Therapieoption)

Ob diese Therapie für den jeweiligen Patienten infrage kommt, wird individuell in unserer Tumorkonferenz bewertet.

Multimodale Therapie: Mehr als nur Chirurgie

Die chirurgische Behandlung der Peritonealkarzinose ist immer in ein multimodales Konzept aus Chemotherapie, Immuntherapie oder Strahlentherapie vor und nach der Operation integriert.
Die Kombination aus hochmoderner Chirurgie, lokaler Chemotherapie und systemischer Therapie erhöht die Behandlungserfolge erheblich.

Lebensqualität nach der Behandlung

Unser Fokus liegt nicht nur auf der Tumorentfernung, sondern auch auf der Erhaltung der Lebensqualität. Deshalb bieten wir unseren Patienten eine umfassende Nachsorge und Unterstützung:

Ernährungsberatung – Unterstützung bei Verdauungsproblemen
Physiotherapie und Reha – Förderung der Regeneration
Psychoonkologische Betreuung – Unterstützung für Patienten und Angehörige

Kontakt

Sprechstunde für peritoneale Tumorerkrankungen

Donnerstags, 12:00 - 14:00 Uhr

Anmeldung über Doctotlib oder telefonisch unter: +49 221 8907 18500

Das Behandlungsteam

Chirurgisches Team

Prof. Dr. med. Michael Ströhlein E-Mail schreiben

Leitender Oberarzt

Leiter der Sektion Transplantationschirurgie
Leiter der Sektion Spezielle Onkologische Chirurgie, Peritonealkarzinose und HIPEC
Facharzt für Chirurgie, Facharzt für Viszeral- und spezielle Viszeralchirurgie

Klinik für Viszeral-, Tumor-, Transplantations- und Gefäßchirurgie

Simone Seefeldt

Oberärztin

Fachärztin für Viszeralchirurgie

Klinik für Viszeral-, Tumor-, Transplantations- und Gefäßchirurgie

Prof. Dr. med. Claus F. Eisenberger E-Mail schreiben

Direktion ZIV

Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Tumor-, Transplantations- und Gefäßchirurgie
Facharzt für Chirurgie, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Facharzt für spezielle Viszeralchirurgie 

Standorte Merheim und Holweide

Tel.: +49 221 8907-3770
Fax: +49 221 8907-8561
Tel.: 0221 8907-2644
Fax: 0221 8907-2377

Privatambulanz
+49 221 8907-2292
Frau Y. Dogan

 

Gastroenterologisches Team

Dr. med. Bernhard Sibbing E-Mail schreiben

Oberarzt

Leiter der Sektion Gastrointestinale Onkologie
Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie

Klinik für Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie, Gastrointestinale Infektionen und Ernährungsmedizin

 

Seite zuletzt aktualisiert am 15.05.2026