Aus Vision wird Realität: Gesundheitscampus Merheim der Kliniken Köln nimmt Form an
Die Kliniken der Stadt Köln bündeln ihre medizinischen Angebote auf dem künftigen Gesundheitscampus in Merheim
Sanierung und Modernisierung des bestehenden Bettenhauses ist auf Kurs
Planungen zum Neubau des Erweiterungsbaus schreiten voran
Video-Animation: Flug über den Gesundheitscampus Merheim
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Die Kliniken der Stadt Köln kommen in einem der größten Modernisierungs- und Krankenhaus-Neubauprojekte im nordrhein-westfälischen Gesundheitswesen gut voran. Ziel ist es, die bisherigen Krankenhäuser Merheim, Holweide und das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße in den kommenden Jahren auf einem gemeinsamen Gesundheitscampus Merheim zusammenzuführen. An dem gemeinsamen Standort des Maximalversorgers ist eine zukunftsfähige, spezialisierte und wirtschaftlich stabile Gesundheitsversorgung für die gesamte Region Köln gesichert. Basis des Großprojektes sind der entsprechende Beschluss des Rates der Stadt Köln aus dem Juni 2023 sowie eine Fördermittelzusage des Landes NRW in Höhe von 250 Millionen Euro im Dezember 2024 für umfassende Modernisierungen und einen Neubau am Standort Merheim.
Modernisierung für eine neue Zukunft der Patient*innen-Versorgung
Das deutsche Krankenhauswesen steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Fachkräftemangel, demografischer Wandel und damit mehr Fälle in der stationären Versorgung, steigende Anforderungen an Spezialisierung und Digitalisierung sowie der Klimawandel erfordern neue Strukturen. Die Kliniken Köln stellen mit dieser umfassenden Neuordnung ihrer Versorgungslandschaft die Umsetzung ihrer Verpflichtung zur Sicherung der stationären Daseinsvorsorge in Köln sicher. Durch die Konzentration der Leistungen an einem Standort werden zahlreiche kostenintensive Doppelstrukturen abgebaut, Wege verkürzt und die medizinische Qualität gesteigert. Die Krankenhausfinanzierung ändert sich in naher Zukunft umfassend. Aufgrund des Fortschritts in der Medizin werden künftig viel mehr Behandlungen als heute ambulant erbracht. Die Abrechnung kann zunehmend nur nach künftig geltenden „Hybrid-DRGs“ erfolgen. Dies hat Auswirkungen auf die Raumplanung in Krankenhäusern und wird im Gesundheitscampus Merheim bei der Bauplanung berücksichtigt. In der Folge wird sich die Zahl der Planbetten um 22 Prozent verringern. Gleichzeitig entstehen moderne, prozessoptimierte Behandlungsbereiche, die künftigen Anforderungen der Ambulantisierung entsprechen.
Modernisierung und Neubau = EIN Campus für alle Generationen
Die Schaffung des Gesundheitscampus Merheim auf der Basis der herausragenden Einzelförderung des Landes NRW und der bedeutsamen Investitionen der Stadt Köln als Gesellschafterin umfasst sowohl die Modernisierung bestehender Gebäude als auch mehrere Neubauten: Die Stationen im Bettenhaus in Merheim werden unter Hochdruck bereits seit dem Jahr 2025 um-fassend modernisiert, inklusive OP-Bereich, Notaufnahme, Radiologie und Normalpflegestationen. Die Modernisierung der ersten Stationen wird voraussichtlich zum Jahresende 2026 abgeschlossen sein. Ein neues Zentrales Patientenmanagement sorgt künftig für noch effizientere Abläufe vor Operationen. Das neu entstehende Kinderkrankenhaus vereint Integriertes Kindernotfallzentrum (KINZ), Spezialambulanzen, Kinderradiologie und ein Perinatal-Zentrum Level 1 unter einem Dach. Der Erweiterungsbau beherbergt das Integrierte Notfall-Zentrum (INZ), zu-sätzliche OP-Kapazitäten sowie die Bereiche Gynäkologie und Geburtshilfe.
Bessere Versorgung in Krisen und Pandemien
Der Gesundheitscampus Merheim wird gezielt auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet sein. Dazu gehören moderne Isolations- und Dekontaminationsbereiche, Behandlungszimmer für Patienten mit Infektionen, die von außen zugänglich sind sowie eine speziell ausgerüstete Infektionsstation mit Schleusenmöglichkeit. Ebenso ist eine telemedizinische Vernetzung mit Rettungsdiensten und anderen Krankenhäusern vorgesehen.
Unter dem Neubau wird eine zweigeschossige Tiefgarage errichtet. Ziel ist es, diese mit techni-scher Infrastruktur und medizintechnischen Ausstattungen so vorzurüsten, dass auf diesen Flächen bei einem jederzeit möglichen Massenanfall von Verletzen (MANV) ein unterirdisches Krisenzentrum zur Versorgung von Verletzten kurzfristig möglich sein wird. Die Vorhaltung von unterirdischen Räumen zur Patientenversorgung ist in vielen Ländern etabliert und ein Meilenstein beim Ausbau der Resilienz der Kliniken Köln. Dieses Vorhaben ist geplant und stößt auf große Zustimmung bei Entscheider*innne auf Landes- und Bundesebene, allerdings stehen derzeit keine finanziellen Mittel zur vollumfänglichen Umsetzung zur Verfügung.
Klimaanpassung und nachhaltige Planung
Die Neubauten erfüllen hohe ökologische Standards. Auf dem Weg zum Green Hospital planen wir mit begrünten Solardächern, effizienten, teilweise begrünten Fassaden und optimierter Verschattung. Wir setzen auf die Holzhybrid-Bauweise und planen den umfangreichen Einsatz hocheffizienter Wärmerückgewinnungsanlagen. Alle Heizflächen und Heizanlagen werden konsequent auf Niedertemperatur ausgelegt.
Die Kliniken Köln setzen die Grundsätze des Schwammstadt-Konzepts ein, um den Gesund-heitscampus klimafit zu machen, die Aufenthaltsqualität in den Außenbereichen zu verbessern und das Regenwassermanagement nachhaltig zu gestalten. Dabei konzentrieren sie sich vor allem auf die Speicherung und Nutzung von Regenwasser, das Entsiegeln von Flächen und den Ausbau grüner Infrastruktur zur Abkühlung. Die Stadt Köln unterstützt die Planungen, die mit bestehenden Bebauungsplänen kompatibel ist.
Ein starkes Signal für Köln
Die Modernisierungsarbeiten im Bestand sowie die umfassenden Vorbereitungen und Planungen für die Neubauten befinden sich im Plan. Die Fertigstellung ist im Jahr 2031 vorgesehen.
Mit dem Gesundheitscampus Merheim entsteht ein leistungsfähiges Zentrum der Maximalver-sorgung, das medizinische Expertise, moderne Infrastruktur und effiziente Prozesse vereint. Die Kliniken der Stadt Köln setzen damit ein klares Zeichen für eine hochwertige, sichere und nach-haltige Gesundheitsversorgung der Zukunft.
Zeitliche Übersicht und BGF:
Vorlaufmaßnahmen im Bestand:
- Fertigstellung 8. und 9. Obergeschoss Bettenhaus Haus 20, A-Strang: Ende 2026
- Gesamtfertigstellung Haus 20, A-Strang: 2027
Kernprojekt Neubauten:
- Baufeldfreimachung, Abrisse Hangar, Winterhilfe: Sommer 2026
- Spatenstich, Beginn Baugrubenaushub: 2027
Geplante Fertigstellung: 2031
- Neubau Service- und Logistikzentrum (ehem. Wäscherei): 2032/2033
Bruttogeschossfläche (BGF)
- Neubau Kinderkrankenhaus u. Erweiterungsbau: rd. 95.000 m2
Visualisierungen Gesundheitscamus Merheim
erstellt ©: Kliniken Köln/Citrus3D